Alpengold

 

Ein Abenteuerthriller, der bei Amazon als EBook und Taschenbuch vorliegt und über mich per Mail als MP3-Hörbuch zu haben ist.

 

Der Klappentext:

  Ein Geologiestudent aus Berlin stößt im Internet auf eine unglaubliche Geschichte. Es geht um Gold, viel Gold.
Er und ein paar wagemutige Studenten machen sich auf in die atemberaubende Bergwelt Norditaliens und werden schon bald fündig. Aber die Freude währt nicht lange und schlägt schnell in schieres Entsetzen um.
Ein Abenteuerthriller, der auf wahren Begebenheiten beruht, denn die Goldfunde in den Jahren 1908 und 2003 gab es wirklich!
Mit einem Nachwort des Goldfinders von 2003, Michael Wachtler.
43800 Wörter auf 212 Normseiten

 

Leseprobe:

Dan die ersten zehn Prozent auf Amazon als Leseprobe stehen, gebe ich hier den Anfang von Kapitel 4 als LP:

Kapitel 4

Verkatert streckten sie am Morgen die klammen Glieder und schlangen ein karges Frühstück, bestehend aus altem Brot und Resten von Wurst und Käse, herunter. Irgendwie beherrschte sie alle Hektik und das Goldfieber stieg von Minute zu Minute. Jeder wollte nur noch los, zur Mine.
„Ich hoffe, es kommt niemand her, wenn wir weg sind“, sagte Mark. „Wir nehmen die Wertsachen mit, oder will jemand, dass ich sie ins Auto lege?“
Niemand wollte. Sie schulterten die Rucksäcke, die bis auf Wasserflaschen, Hammer und Taschenlampe leer waren und brachen auf. Die Sonne versteckte sich hinter grauen Wolken und die Morgenkühle schwand nur langsam. Als sie in den Wald eintauchten, schwamm förmlich Feuchtigkeit in der Luft und bedeckte den Boden, jeden Ast, jeden Zweig und jedes Blatt. Mark hatte eine Kopie der Karte eingesteckt und führte den Gänsemarsch an. Routiniert hantierte er mit dem Kompass und erntete bewundernde Blicke von Sandra. Sie hatten für das Gebirge feste Wanderschuhe mitgenommen, die sie nun trugen. Die Nässe des Morgentaus drang nur langsam ins Innere, aber dafür wogen sie auch mehr als Turnschuhe.
Zu Beginn der Wanderung alberten sie noch ausgelassen herum. Stefan neckte Sandra mit einem Zweig und warf ihr Moos ins Haar. Mark imitierte Tierstimmen, er blökte wie ein Schaf, röhrte wie ein Hirsch und spielte den angreifenden Grizzly. Tina hatte bald genug und fauchte ihn genervt an. Dann regte sie sich über Spinnennetze auf, die zwischen den Bäumen hingen. Jens kämpfte als Darth Vader mit Stefan mit Ästen a la Laserschwert und nach Tinas Spinnennetzgenörgel spielte er für sie den Gentleman und zerstörte vor ihr die mit Tautropfen besetzten Gespinste.
Nach einer Stunde liefen sie nur noch schweigend. Es ging quer durch den Wald, parallel zum Monte Rosa. Als Jens einen Schokoriegel zückte, konnte Tina es sich nicht verkneifen zu sagen: „Für dich ist das doch die beste Gelegenheit, abzunehmen und fitter zu werden. Dann nennen sie dich auch nicht mehr Pummel.“
Jens knurrte nur, er schwitzte und seine Füße begannen zu brennen. Mit Unbehagen dachte er daran, dass sie den Weg wieder zurückgehen mussten und zwar mit vollen Rucksäcken, falls sie Gold fanden ...
„Wie weit ist es denn noch?“, fragte er. „Und wann machen wir Pause?“
„Das wüsste ich auch gern“, Sandra trank einen Schluck Wasser.
„Ihr seid mir ja schöne Pfadfinder“, lachte Stefan. „Es wird schon noch ein Stück sein.“
Mark nickte und führte sie auf ein wild bewachsenes Geröllfeld. Rechts von ihren wölbte sich ein Berghang auf, zu dem sie eine Weile parallel liefen.
Mark zeigte nach oben und sie bemerkten einen Stolleneingang oberhalb im Berg, zu dem ein kaum noch sichtbarer, unscheinbarer Pfad anstieg. Der Eingang sah aus wie eine Kellertür aus Holz, die in den Felsen führte. Gestrüpp verdeckte zum Teil die Tür. Es handelte sich um eine der Minen, die hier zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in den Berg getrieben worden waren, aber nicht um ‚ihre‘ Mine.
„Wie haben die denn damals das Gold abtransportiert?“, fragte Sandra.
„Ich denke mal, mit Eseln.“ Mark inspizierte die Karte. „Irgendwie sind hier auf der Karte viel mehr Bäume eingezeichnet. Aber ich erkenne die Gegend, kein Problem. Wir sind bald da.“
Endlich standen sie vor dem Eingang der Mine. Den Gang in den Berg verschloss ein beinahe mit Efeu zugewuchertes Holztor. Ein rostiges Vorhängeschloss versperrte den Weg.
„Wie kommen wir rein?“, fragte Tina.
„Ganz einfach“, erwiderte Mark und wandte sich an Jens. „Gib mir deinen Hammer.“
Er setzte Jens‘ Hammer an das Schloss an und schlug kräftig mit seinem Hammer auf das Werkzeug. Mit einem Ping sprang der Bügel auf. Mark zog an der Holztür, die sich nur widerwillig mit einem lauten Knarren zur Hälfte aufziehen ließ. Ein Gang tat sich vor ihnen auf. Sand, Erde und Steine bedeckten den Boden. Finsternis verschluckte nach wenigen Metern die Blicke und ein kühler Hauch wehte ihnen entgegen.
Bevor Mark eintrat, drehte er sich noch einmal um. „Leute, das ist ein historischer Moment für uns. Möge Fortuna uns gewogen sein und finden lassen, wonach uns gelüstet. Glück auf! Und nun die Taschenlampen an und rein.“
Noch viermal erklang der Gruß der Bergleute „Glück auf“ und Tina fügte hinzu: „Wir müssen hundertachtzig Meter den Gang lang, dann zweigt der Speranza-Stollen ab, habe ich gelesen. Also los.“
„Hoffentlich ist nichts eingestürzt“, Sandras Stimme zitterte.
„Du kannst auch gerne hier draußen warten“, schlug Mark vor.
„N- nein, ich komme mit!“
Der Gang war niedrig und oben halbrund, dunkles Basalt- und Grauwackegestein herrschte vor. An vielen Stellen zeigten Meißel- und Hammerspuren, dass der Stollen von Menschenhand in den Fels gehauen worden war. Allmählich wurde die Decke höher und sie konnten fast aufrecht gehen. Am Boden lagen Geröll und Steine und sie mussten aufpassen, nicht zu stolpern. Sie gingen scheinbar in einen riesigen finsteren Schlund, auch hinter ihnen verschluckte die Schwärze alles, nur wo sie sich befanden, gab es eine Lichtinsel, die mit ihnen wanderte. Die Geräusche, die sie beim Gehen machten und ihre Stimmen klangen dumpf, wie in einer Gruft und so fühlten sie sich auch. Der Gedanke, dass über ihnen hunderte Meter Felsen aufragten, die jederzeit zusammenbrechen und sie für immer und ewig begraben konnten, ließ sie verstummen.
Ein ganzes Stück hinter dem Eingang wurde der Boden feucht, von der Steindecke tropfte Wasser. Offenbar leitete eine Felsspalte Regenwasser durch den Fels, das nun an der Stollendecke austrat und zu Boden tropfte. Da keine Pfütze zu sehen war, musste die Spalte im Boden weiter nach unten verlaufen und ließ das Wasser gleich wieder verschwinden.
Sie kamen an eine Stelle, wo irgendwann einmal ein großes Stück der Decke eingestürzt und zu Boden gefallen war. Gesteinstrümmer, Schutt und Steine bildeten einen Haufen, der ihnen bis zur Hüfte reichte.
Mark leuchtete mit seiner Taschenlampe interessiert die Decke ab, ob es dort golden funkelte, während Sandra schneller atmete und sich verkrampfte.
„Ohjeh“, presste sie mit piepsiger Stimme heraus und starrte auf das Hindernis. „Was ist, wenn noch mehr da oben abbricht und uns den Rückweg verschüttet, wenn wir auf der anderen Seite sind?“
„Warum sollte das passieren? Gerade jetzt?“ Mark hatte kein Gold entdeckt und kraxelte über den Hügel. Die Engstelle konnten sie nur auf allen Vieren passieren.
„Genau! Seit hundert Jahren steht der Tunnel und er steht auch noch in hundert Jahren!“, rief Tina forsch. Sie klang aber mehr, als wollte sie sich selber Mut machen. Sie folgte Mark.
Langsam gingen sie weiter und Sandra leuchtete jetzt aufmerksam die Decke ab. Plötzlich sah Jens, der als Dritter ging, im Schein der Taschenlampen voraus etwas goldgelb glänzen. Mit einem erstickten Laut drängte er sich an Mark und Stefan vorbei und rannte zu der Stelle. In Kopfhöhe verlief ein handbreites Band über die Gangwand, eine Ader, die metallisch glänzte.
„Gold! Das ist Gold!“, schrie Jens. Ehrfürchtig leuchtete er mit zittriger Hand die Wand an. Kleine Einbuchtungen, Drusen, leuchteten in der Ader auf, in denen gelbmetallische Kristalle schimmerten.
„Gold!“, flüsterte Jens.
„Echt?“, rief Tina, die nur etwas Gelbes in der Wand sah.
„Ja, hier!“ Jens hielt die Taschenlampe ganz nah ans Gestein und leuchtete es an.
„Scheiße, nix ist mit Gold“, sagte Mark, der Jens gefolgt war. „Sieh dir die Kristalle an!“
„Na und?“
„Es sind Würfel! Kubisches Kristallsystem, klingelt da was?“
Jens überlegte, dann verzog er enttäuscht das Gesicht. „Pyrit! So ein Mist!“
„Los, weiter!“, drängte Tina. „Hier vorn ist doch alles abgebaut, wir müssen in den Speranza-Stollen.“
Sandra holte tief Luft. Sie gingen weiter und fanden die Abzweigung des Stollens, in den sie einbogen. Hier war die Decke niedriger und Sandra schaute ängstlich, ihr gefiel es nicht, noch weiter in den Berg vordringen zu müssen. Nach dreißig Metern tat sich ein halbrunder Raum auf, dann verlief nur noch ein schmaler geduckter Gang ins Dunkel.
Das Gestein bestand jetzt aus hellgrauem Quarz, durchsetzt mit Glimmer und Kalk, der stellenweise als Calcit hellgrau und gelblich leuchtete.
„Hier hat man das Gold gefunden“, Mark flüsterte. Jeder nahm sich ein Stück Wand vor und leuchtete es ab. Tieferes Atmen war zu hören und die Lichtkegel der Leuchten tanzten wilde Reigen auf dem Gestein. Manches Herz setzte einen Schlag aus, wenn im Licht ein goldenes Aufleuchten zu sehen war, doch es war immer nur Pyrit, das sie mit seinem goldenen Aussehen narrte.
Langsam breiteten sich Hektik und Unruhe aus, erste Hammerschläge klangen auf.
Tina starrte mit bösem Blick von Stefan zu Mark. Sie schien ihn persönlich dafür verantwortlich zu machen, wenn sie kein Gold fanden. „Wo ist es? Wo ist das verdammte Gold? Zeigt es mir!"
„Nun warte es doch ab“, Mark starrte unwirsch zurück.
Enttäuschung begann sich auszubreiten. Sandra, der es im engen dunklen Gang immer unwohler wurde, suchte jetzt im Gesteinsschutt, der reichlich den Boden bedeckte, nach goldhaltigen Stücken.
„Es ist nichts mehr da“, murmelte sie.
„Doch, hier!“, schrie Stefan plötzlich so laut, dass es dröhnte. Er zeigte aufgeregt auf einen kleinen Dendriten, der einige Millimeter aus einer Glimmerlinse im Quarz ragte. „Seht ihr? Das ist eindeutig Gold!“
„Oh mein Gott, wir brauchen einen Kran“, sagte Tina sarkastisch.
Noch aufgeregter suchten sie jetzt jede Ritze ab. „Ich hab was!“, rief Mark und hämmerte wild drauflos.
Jens, den schon der Mut verlassen hatte, stimmte ein: „Hey, Mensch, ich auch, wow!“
Am wenigsten beeindruckt gab sich Tina. Sie klopfte lustlos gegen Stein und stand herum. Aber sie beobachtete die anderen scharf, ob sie etwas fanden.
Mark hatte einen Quarzglimmerbrocken abgeschlagen, musterte ihn und das kleine Golddrähtchen darauf und steckte es in seinen Rucksack. Er bemerkte das hektische Klopfen und Hämmern um sich herum. „Hey, ruhig Blut, Leute, bringt mir hier nichts zum Einsturz“, rief er. „Ich schlage vor, jeder nimmt sich ein Stück Wand vor und packt an Stufen in den Rucksack, was er kriegen kann. Draußen bei Tageslicht schauen wir dann, was Gold ist und was wertloses Gestein, okay?“
Ihn selbst hatte der Elan verlassen. Er freute sich, dass sie ein paar Stufen fanden, ihre Sammlungen bereichern konnten, aber an den großen Wurf, der ihnen kiloweise Gold einbrachte, glaubte er nicht mehr. Anscheinend waren doch bereits zu viele Leute hier gewesen und hatten alles ausgebeutet. Sicher fanden sie hier einige schöne Stücke, die sie für gutes Geld an Sammler verkaufen konnten, aber für den großen Reichtum würde es nicht reichen.
Er ging ein Stück zurück und suchte dort. Aber nur Kalk, Quarz, Glimmer und Pyrit funkelten im Licht seiner Taschenlampe. Vielleicht kamen ab und an Einheimische her und hatten das restliche Gold geborgen oder pickten sich goldhaltigen Gestein ab, um sich den kargen Verdienst etwas aufzubessern und hatten nach und nach das vorhandene Gold aufgebraucht. Wer wusste das schon. Sie hatten viel zu wenig recherchiert und die lange Fahrt umsonst gemacht.
Wütend schlug er mit dem Hammer gegen die Wand. Es klang hohl, dann polterte es und ein Stück der Wand fiel in sich zusammen. Raschelnd rieselten große und kleine Brocken zu Boden. Staub wallte auf.
Sandra stöhnte auf. „Mark?“
„Was ist passiert?“, rief Stefan nervös.
„Nichts, alles okay!“, gab Mark zurück und bekam große Augen. Auf einen Quadratmeter Fläche war ein Stück der Gangwand eingebrochen und hatte einen Hohlraum freigelegt, in dem es glitzerte und funkelte. Er sah violette Amethystkristalle aus weißem Quarz ins Freie ragen. Gleich daneben funkelten Bergkristalle wie übergroße Diamanten. Glimmer wuchs in platten Kristalltafeln auf Calcit, der in gelben Kristallspitzen endete und dazwischen schimmerte es überall golden.
„Ich werd‘ verrückt!“, murmelte Mark und beugte sich vor. Ein Hustenanfall erschütterte ihn, ungeduldig rang er nach Atem. Er traute seinen Augen nicht. Mehr als fingerdicke Dendriten mit feinen Verästelungen bestanden aus purem Gold.
„Leute“, krächzte er und räusperte sich. „Leute, kommt her!“

 

                      

 

 

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